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Was sind Drucke?

Drucke sind Impressionen auf
Papier. Aus diesem Grund beginnt die Geschichte der Drucke
Anfang des 14. Jahrhunderts kurz nach dem Auftauchen der
ersten Papiermühlen in Deutschland, Spanien, Frankreich und
Italien. Gegen 1400 begannen deutsche Künstler, Abbildungen in
Holzblöcke zu meißeln, mit Farbe zu bestreichen und einen
Papierbogen aufzudrücken - der Kunstdruck war geboren. Auf
diese Art hergestellte Drucke heißen Holzschnitte.
Ein breites Sortiment an Techniken dient der Herstellung des
Bildes auf der Druckplatte. Gravuren werden in Metallplatten
geritzt, Lithografien auf flachen Steinen, Linolschnitte in
Linoleum und Serigrafien auf einen Seidenschirm. Bei
Radierungen nutzt der Künstler Säure anstatt scharfer
Werkzeuge, um das Metall zu bearbeiten. Ganz egal, welche
Technik und welches Material Verwendung findet - wird es mit
Druckfarbe bestrichen und dann auf Papier gepresst, so handelt
es sich um einen Druck.
Bevor die Fotografie aufkam und sich ausbreitete (nach 1850),
war der Druck das Vervielfältigungsmedium für nahezu jedes
Motiv schlechthin. Das schließt die Reproduktion bekannter
Gemälde ein, die originalgetreu in Metallplatten eingraviert
und anschließend gedruckt wurden.
Da Drucke eine enorme Anwendungsbreite haben, interessierten
sich bereits Anfang des 15. Jahrhunderts die Künstler für den
Druck als Kunstform. Der bekannteste und genialste Graveur
aller Zeiten ist der Deutsche Albrecht Dürer (1471 - 1528),
doch auch Rembrandt schuf ein Jahrhundert später Serien
beachtlicher Drucke. Uns zeitlich näher stehende Künstler mit
eigenen Kunstdrucken sind Honore Daumier (1808 - 1879), Edgar
Degas (1834 - 1917), Pablo Picasso (1881 - 1973), Joan Miro
(1893 - 1983) und zahlreiche weitere.
Es gibt einen Unterschied zwischen einem Druck als einfache
Reproduktion eines Kunstwerks, der als Ausgangsbasis eine
Fotografie hat und mit modernem Equipment hergestellt wird,
und dem Werk eines Graveurs der Vergangenheit, der ein Gemälde
mittels einer Druckplatte vervielfältigt, oder dem („fine
art”) von Künstlerhand geschaffenen Kunstdruck. Letzterer
existiert nicht als Gemälde. Er ist keine Reproduktion und
wird gewöhnlich nicht in einer kommerziellen Druckerei
vervielfältigt, sondern vom Künstler selbst oder doch
zumindest unter seiner direkten Aufsicht. Als Picasso und Miro
sich entschlossen, Drucke zu schaffen, begaben sich beide nach
Paris und gingen Tag für Tag zur Arbeit in der Mourlot
Kunstpresse. Ihre Drucke sind daher de facto ihre eigenen
Werke. Sie arbeiteten die Bilder in die Platten, bestrichen
diese mit Farbe, trockneten und bedienten die Druckmaschine.
Die heutige Unsicherheit über den Wert eines Drucks resultiert
zum Teil sicherlich aus diesem Zusammenhang. Die Leute lassen
sich verwirren von den Reproduktionen kommerzieller
Druckereien einerseits und den von der Hand des Künstlers
individuell gefertigten Kunstdrucken andererseits, die gar
keine Reproduktionen sind. Handgefertigte Kunstdrucke können
sehr wertvoll sein, wenn nur wenige Kopien hergestellt wurden.
Manche wurden für 500.000 Dollar verkauft.
Es gibt noch eine weitere Kategorie wertvoller Drucke:
Antiquarische Drucke, die grundsätzlich handkoloriert wurden
und nur in geringer Stückzahl vorkommen. Einige der
bekanntesten sind die mit Gold handkolorierten Vögel- und
Tierlithografien des amerikanischen Zeichners und Ornithologen
John James Laforest Audubon (1785 - 1851). Diese Drucke waren
eher als Illustrationen denn Kunstwerke beabsichtigt, doch
ihre Qualität und Schönheit bestechen derartig, dass sie
künstlerische Bedeutung haben. Einige der ältesten und
schönsten antiquarischen Drucke stammen von Basil Besler (1561
- 1629) und ihm nachfolgend Maria Sibylla Merian (1647 -
1717).
Die meisten zeitgenössischen Künstler stellen eine limitierte
Anzahl Drucke ihrer Bilder her. Sie werden allgemein nicht
unter Aufsicht und Teilnahme des Künstlers produziert und
gelten zunächst nicht als handgefertigte Kunstdrucke. Es
handelt sich also nicht um die Kunstwerke selber, sondern um
qualitative Abbildungen von Kunstwerken. Diese Drucke sind
zwar bloß Reproduktionen, doch sind sie nummeriert und
signiert, und mehr oder weniger auch limitiert. Natürlich
geben kommerzielle Druckbetriebe ihr Bestes, um diese
Reproduktionen zu vermarkten, als handele es sich um
handgefertigte Kunstdrucke. Werden sie weiterverkauft,
erzielen sie nicht mehr als ein paar hundert Euro auf dem
Markt, sehr wenige einige tausend Euro.
Besitzen Sie einen Druck, so lautet die Hauptfrage: Ist es ein
Original oder ein Nachdruck, und zu welcher Kategorie gehört
er? In der Vergangenheit wurden die meisten Drucke nicht
signiert, nicht einmal die handgefertigten Kunstdrucke. Daher
ist die Frage nach der Signatur nicht die Antwort. Die
bestimmenden und identifizierenden Elemente ergeben sich
vielmehr aus der verwendeten Papierart, einem etwaigen
Wasserzeichen, den genauen Abmessungen des Drucks und der
Druckweise.
Wir untersuchen, identifizieren, authentifizieren und
begutachten Drucke und stellen Zertifikate aus (Certificate of
Authenticity, COA).
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Niello |
Eisenplatte - eine frühgeschichtliche
Schnitttechnik, vor allem von Goldschmieden genutzt; kaum
für die Druckerzeugung angewendet. |
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Holzschnitt |
Holzplatte - vom 6. Jahrhundert an von den
Chinesen genutzt; taucht in Europa ab der ersten Hälfte
des 15. Jahrhunderts auf. |
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Gravur (Bulino) |
Kupfer-, Stahl- oder Zinkplatte - in
Italien und Deutschland ab der zweiten Hälfte des 15.
Jahrhunderts angewendet. |
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Ätzen |
Kupfer-, Eisen- oder Zinkplatte - in
Deutschland nach 1513 genutzt. |
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Trockenätzen |
Weichmetallplatte - in Europa nach der
ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bekannt. |
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Monotypie |
Kupferplatte - eine von Giovanni Benedetto
Castiglione um 1640 erfundene Technik; ermöglicht den
Druck eines einzelnen Eindrucks. |
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Schabkunst (Mezzotint) |
Kupfer- oder Bronzeplatte - von dem
Deutschen Ludwig von Siegen 1642 erfundene Technik, die
hauptsächlich von englischen Kupferstechern des 18.
Jahrhunderts verwendet wurde; auch bekannt als „black
manner”. |
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Tuschätzung (Aquatint) |
Kupfer- oder Zinkplatte - 1767 in
Frankreich von Jean-Baptiste Le Prince erfundene Technik,
die sich vor allem in Italien ausbreitete. |
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Puntinato |
Kupfer- oder Zinkplatte - gegen Ende des
18. Jahrhunderts von Francesco Bartolozzi erfundene
Technik. |
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Lavis |
Kupfer- oder Zinkplatte - eine Technik der
Endbearbeitung, von italienischen Künstlern geschätzt,
besonders von Francesco Bartolozzi. |
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Weichgravur („Soft Paint”) |
Kupfer- oder Zinkplatte - vor allem im 18.
und 19. Jahrhundert von englischen Landschaftsmalern
genutzte Technik. |
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Lithografie |
Steinplatte - gegen Ende des 18.
Jahrhundert von dem Tschechen Alois Senefelder erfundene
Technik; angewendet hauptsächlich im 19. Jahrhundert. |
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Glasdruck |
Glasplatte - vor allem von dem
französischen Künstler Corot praktizierte Technik in der
Mitte des 19. Jahrhunderts. |
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Linoleumdruck |
Linoleumplatte - taucht ab der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts auf, prominentester Anwender
dieser Technik ist Picasso. |
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Heliogravüre |
Kupfer- oder Stahlplatte - eine aus der
Photografie stammende Technik, bei der für den Eindruck
auf der Platte Sonnen- oder künstliches Licht verwendet
wird. Besonders von dem Franzosen Henri Garnier nach 1880
genutzt. |
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Seidendruck |
Seidenplatte - eine moderne Technik, die
gern von zeitgenössischen Künstlern eingesetzt wird. |
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