Malerwerkzeug & Künstlerbedarf

 

Im 18. Jahrhundert begannen die Künstler damit, sich Farben, Pinsel, Leinwand, Papier, Lacke und weitere Malutensilien bei spezialisierten Händlern zu besorgen, anstatt ihre eigenen Farben zu mahlen und zu mischen und den Rest von einer bunt gemischten Handwerkerschar zusammenzukaufen.

Einer der ersten auf Künstlerbedarf spezialisierten Händler in England war Daler Rowney. Sein Unternehmen öffnete 1780 die Pforten. Lefranc & Bourgeois in Frankreich hatten einige Jahrzehnte zuvor begonnen. Winsor & Newton in Großbritannien, Blockx in Belgien und Schmincke in Deutschland stießen erst Anfang des 19. Jahrhundert hinzu.

Natürlich haben tausende von Kunstbedarfhandlungen und kleinen Manufakturen zwischen dem 18. Jahrhundert und heute ihre Geschäfte eröffnet und wieder geschlossen.

Die meisten dieser Zulieferer haben die Leinwände und Zeichenkartons, die sie verkauften, mit ihrem Namen schabloniert. Manchmal verwendeten sie dafür ein Papieretikett oder einen Tintenstempel oder brachten ihn schwer zu finden auf dem Leinwandspanner auf der Gemälderückseite an.

Wir nutzen jegliche verfügbare Information, um herauszufinden, wann und wo ein Kunstbedarfhändler sein Geschäft betrieb und ob diese Angaben mit dem Wohn- oder Aufenthaltsort des Künstlers oder der in seinem Werkverzeichnis dokumentierten Herkunft seiner Malutensilien zusammenpassen.

Von wem die Leinwand oder der Zeichenkarton hergestellt und wo diese Dinge verkauft wurden, sagt für sich genommen natürlich noch nichts über die Echtheit eines Gemäldes aus; doch liefern solche Informationen einen positiven Hinweis, wenn sie mit dem bereits bekannten Wissen über die Malutensilien des Künstlers oder seinen Wohnort harmonieren.

Natürlich reisten viele Künstler umher, studierten und lebten im Ausland, manchmal für viele Jahre. Aus diesem Grund müssen ihre Biografien in die Recherche einbezogen werden.

Im Fall von Gemälden, über die zu Beginn der Recherche nur sehr wenig bekannt ist, bedeutet die Kenntnis über die Herkunft der Malutensilien einen Ausgangspunkt. Amerikanische Künstler verwendeten häufiger amerikanische Utensilien, deutsche eher deutsche usw.

Schablonen, Stempel und Etiketten von Kunsthandlungen stellen eine zusätzliche Informationsquelle und einen weiteren Baustein im Verlauf der Echtheitsprüfung eines Gemäldes dar.
 

 
   
 
 
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