Skulpturen

 

Denken wir an Bildhauerei, so fallen uns als erstes wahrscheinlich weiße Marmorstatuen in Lebensgröße ein. Neben dem Bemeißeln von harten Materialien wie Stein und Holz umfasst die Bildhauerei auch das Modellieren von weichem Ton und Wachs, das Biegen und Zusammenfügen von Metall, das Schnitzen von Elfenbein sowie das Emaillieren und Brennen von Terrakotta. Skulpturen gibt es als freistehende Statuen, Holztafeln, Steinreliefs und zusammengesetzte Objekte.

Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass die Bildhauerei eine uralte Kunst ist. Die Venus von Willendorf ist 25.000 Jahre alt.


Venus von Willendorf

In den vergangenen hundert Jahren hat sich die Sichtbarkeit, besser: Präsenz, von Skulpturen zurückentwickelt bis fast zur Unsichtbarkeit.

Von der Antike bis zum späten 19. Jahrhundert waren Skulpturen überall gegenwärtig, sowohl in den Städten als auch auf dem Land. In Fülle schmückten sie öffentliche und private Gebäude. Sie wurden in Karrees, auf Plätzen und in öffentlichen Springbrunnen aufgestellt. Sie dekorierten Kirchen innen und außen. Sie säumten Alleen, standen in allen Gärten und hielten Wache auf Friedhöfen. Dasselbe Bild auch auf dem Lande, wo man sie selbst an weit abgelegenen Orten noch antraf, an Kreuzungen, als Krone auf Hügeln und in Alkoven an Nebenwegen gesetzt.

Skulpturen haben sich von einer sichtbaren Allgegenwart bis fast zur Nichtexistenz verflüchtigt. Sie sind aus unseren Städten und Wohnräumen verschwunden. Sie waren Teil unserer visuellen Welt, wohin wir auch schauten.

Ein Zyniker hat kürzlich gesagt, dass Statuen das Hindernis geworden sind, an das man stößt, wenn man zurücktritt, um ein Gemälde zu betrachten.

Früher haben Skulpturen jedem Freude bereitet. Einige inspirierten uns, andere boten uns Zuflucht. Heutzutage fahren nur mehr die erlesensten Kunstkenner fort, sich mit diesen stillen Gefährten zu umgeben.

Museen sind ihr häufigster Aufbewahrungsort geworden, wobei der Aspekt der Lagerhaltung den der Ausstellung überwiegt.

Der Wert einer Skulptur hängt hauptsächlich von ihrem Schöpfer ab.

Der Markt wird eher durch Informationen denn Wertschätzung angetrieben. Der Name des Künstlers macht 90 Prozent des Werts aus, die Skulptur selbst trägt nur zehn Prozent bei.

Ist ein Werk anonym, so bestimmen Fragen wie - Wann und wo wurde es geschaffen? Wer hat es zuvor besessen? Wo war es ausgestellt? - und ähnliche bruchstückhafte Informationen maßgeblich seinen Wert.

Informationen zu liefern ist exakt das, was wir tun.

Wir untersuchen, identifizieren, bewerten, beglaubigen und begutachten Skulpturen.
 

 
   
 
 
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