Farbpigmente

Die Geschichte der Farbpigmente in der Kunst

Das Wichtigste, wonach Kunstforscher in der Pigmentanalyse eines Gemäldes suchen, ist die besondere Pigmentart. Diese gibt Aufschluss über die Entstehungszeit des Gemäldes, denn die Wissenschaft weiß, in welcher Zeit ein bestimmtes Pigment in Gebrauch war. Im Folgenden geben wir eine historische Übersicht der häufigsten von den Künstlern im Lauf der Jahrhunderte genutzten Farbpigmente. Einige der prähistorischen Farbpigmente werden sogar heute noch genutzt.

Prähistorische und altertümliche Farbpigmente

Ocker: Oft für Keramiken genutzt. Ocker ist entweder transparent oder opak. Es ist durch die gesamte Kunstgeschichte hindurch bis zum heutigen Tag in Gebrauch und wird aus natürlicher Tonerde gewonnen. Ocker gehört zu den am häufigsten nachgewiesenen Farbpigmentarten in der Geschichte der Farben.

Brauner Ocker
Gelber Ocker (Limonit)
Roter Ocker (Hämatit oder Blutstein)
Färberöte: Dieses Pigment feierte zu Beginn des 19. Jahrhunderts sein Debüt in der Malerei, eine synthetische Version dieses Pigments kam 100 Jahre später hinzu. Färberöte, auch als Alizarin bekannt, ist seit 1500 v. Chr. bekannt.
Azurit: Dieses wunderschöne blaue Pigment war bereits 2.500 v. Chr. in Gebrauch und allgemein als „Ägyptisch Blau" bekannt. Verwendet von der Renaissancezeit bis zum 17. Jahrhundert.
Orpiment: Sulfid-Mineral der Arsen-Erze. Dieses gelbe Farbpigment wurde von 3000 v. Chr. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet, (toxisch).
Ultramarin: Ab 600 n. Chr. in Gebrauch. Das blaue Farbpigment Ultramarin war heiß begehrt, doch auch eines der teuersten. Hergestellt aus dem kostbaren Edelstein Lapislazuli, wurde Ultramarin in der Renaissance besonders für religiöse Malereien verwendet. Um 1800 herum entstand auch eine synthetische Version dieses Pigments, daraufhin wurde es häufiger genutzt.
Zinnober: Ein weiteres sehr teures Farbpigment ist der reizvolle Zinnober, ein Bodenmineral. Seit 500 n. Chr. bekannt. Wird heute kaum noch verwendet, da es als toxisch gilt.



Antike Farbpigmente:

Schwarze Zeichenkohle: Seit dem 14. Jahrhundert bis in unsere Zeit hinein genutzt, auch als „Holzkohle" bekannt. Entsteht durch unvollständige Verbrennung organischer Materialien (Verkohlung). Beliebt besonders in der Skizzenanfertigung, da es auf der Leinwand von Ölfarbe vollständig überdeckt wird.
Kreide: Aus Kalkstein oder Kalziumkarbonat hergestellt, wurde dieses Farbpigment bereits vor der Renaissance verwendet. Heute vor allem in Zeichnungen eingesetzt, aber auch in der Pastellmalerei.
Malachit: In der Kunst hauptsächlich vom 15. bis zum 16. Jahrhundert genutzt. Das reizvolle Farbpigment wird durch Mahlen von Kupferkarbonat-Erz gewonnen. In der Renaissance sehr geschätzt, doch im 19. Jahrhundert aufgrund seiner Toxizität durch eine synthetische Version ersetzt.
Indisch Gelb (Euxanthin): Dieses gelbe bis orange-gelbe Farbpigment wurde um 1400 gefunden, ist aber nach 1900 nicht mehr häufig verwendet worden. Indisch Gelb ist besonders in der Öl- und Aquarellmalerei beliebt. Es wird durch Mahlen eines Magnesiumsalzes gewonnen, das der Hauptbestandteil getrockneten Kuh-Harns ist. Das gelbe Pigment kann völlig transparent sein. Um den grellen Gelbton zu erhalten, fütterte man die Kühe ausschließlich mit Mangoblütenblättern und Wasser; diese Praxis wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als unmenschlich eingestuft und verboten. Kurze Zeit später war eine synthetische Version dieses Pigments verfügbar.
Grünerde: Das grünliche Pigment war in der Renaissance sehr gefragt, um Hauttöne darzustellen. Es wird aus Eisen-Silikat und Tonerde gewonnen und ist heutzutage nur mehr selten zu finden.
Indigo: Von keinem Geringeren als Marco Polo um 1200 entdeckt, ist Indigo auch heute noch weit verbreitet. Der Farbstoff wird aus Indigopflanzen gewonnen und findet als Färbemittel und Tinte Verwendung. Um 1800 durch eine synthetische Version ersetzt.
Bleiweiß: Fand in der Kunst zwischen 1300 bis ins späte 19. Jahrhundert breite Anwendung, wurde schließlich aber aufgrund seiner Toxizität ersetzt. Gewonnen durch Auflösung von Blei in Säure, wobei Bleiweiß als Farbpigment übrig bleibt. Kann in Authentifizierungen leicht mittels Röntgenanalyse nachgewiesen werden, da es metallisch ist.
Grünspan (Kupferazetat): Grünspan war im Mittelalter bis hinein ins späte 19. Jahrhundert ein beliebtes Farbpigment. Man gewann es durch Auslegen von Weintraubenresten auf Kupferplatten, wodurch diese eine grüne Kruste bilden. Ähnliches widerfährt auch einer Kupfermünze im Laufe der Zeit. Wegen seiner Toxizität wurde der Gebrauch von Grünspan eingestellt.



Heutige Farbpigmente:

Cadmiumorange: Wird aus dem Metall Cadmium gewonnen. Das Pigment wurde im frühen 19. Jahrhundert entdeckt und ist auch heute noch in Gebrauch.
Cadmiumgelb: Wird aus dem Metall Cadmium gewonnen. Das Pigment wurde im frühen 19. Jahrhundert entdeckt und ist auch heute noch in Gebrauch.
Coelinblau: Ist seit 1860 in Gebrauch. Besonders von Landschaftsmalern für Himmeldarstellungen benutzt. Der Farbstoff wird durch Erhitzen von Kobaltoxid in Basen anderer Metalle gewonnen.
Kobaltblau: Verwendet seit dem frühen 19. Jahrhundert. Es handelt sich um ein künstliches Pigment, das aus Smalte, einem mit Kobaltoxid gefärbten Kaliumsilikatglas, gewonnen wird. Es wird noch heute genutzt.
Kobaltgrün: Wird durch Mischen von Kobalt und Zinkoxid und anschließender Erhitzung hergestellt. Durch Mahlen des Sediments erhält man das grüne Pigment. Wird seit dem frühen 19. Jahrhundert bis in unsere Tage hinein verwendet. Es ist nicht leicht zu verarbeiten und außerdem teuer, daher findet man es nur selten in Gemälden.
Kobaltviolett: Wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Gewonnen durch Mischen und Erhitzen von Kobalt und Di-Natrium-Phosphat.
Smaragdgrün: Wird durch Auflösen von Grünspan in Essig gewonnen, dann gekocht, wodurch ein grünes Sediment entsteht. Vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Mitte der 1960er Jahre genutzt.
Viridian: In der Mitte des 19. Jahrhunderts in Paris erfunden, es handelt sich um ein opakes Chromoxid. Das Pigment wird auch mit Zink oder Cadmiumgelb vermischt, um ein beständiges Grün zu erzeugen.
Zinkweiß: Seit dem frühen 19. Jahrhundert und auch heute noch in der Kunst verwendet. Aus Rohmaterial gewonnen, Zinkweiß ersetzte Bleiweiß und ist nicht toxisch.

Nach unserer Erfahrung hier bei Artexperts sind Kunstbesitzer oft bereit, immense Summen für eine Pigmentanalyse ihrer Gemälde auszugeben, nur um nachher enttäuscht zu sein, wenn die Resultate nicht alle Ihre Fragen zu ihrem Kunstbesitz beantworten können. Diese Enttäuschung rührt daher, dass die Leute sich nicht über die Begrenzungen naturwissenschaftlicher Methoden wie eben einer Pigmentanalyse in der Kunstforschung im Klaren sind. Die Ergebnisse dieser Methoden sind normalerweise von keinerlei Nutzen, es sei denn sie werden gemeinsam mit einer Expertise von Kunstexperten angewendet.



Fete Champetre



Fete Champetre Röntgenaufnahme

Die oben gezeigte Röntgenaufnahme des Bildes „Fete Champetre" von Jean Antoine Watteau kann Metalle und Pigmente in dem Gemälde aufspüren. Doch kann diese Technik wirklich nachweisen, dass es von Watteau gemalt wurde?

Die Pigmentanalyse an sich kann allenfalls einmal eine Negation bestätigen, also die Annahme erhärten, dass ein Gemälde nicht von einem bestimmten Künstler stammt. Ansonsten ist die Pigmentanalyse für sich allein genommen fast niemals hilfreich bei der Bestimmung des Schöpfers eines Gemäldes. Trotz dieser Tatsache entscheiden sich viele Kunstbesitzer für eine Pigmentanalyse, sie wollen von ihr eine Bestätigung einer positiven Annahme. Wenn Sie ein Gemälde besitzen, das von Degas signiert wurde, so geben Sie Ihr Geld für einen Analyse-Service in der Erwartung aus, dass dieser ebenso für eine Bestätigung als auch für eine Zurückweisung der Annahme, es handle sich um einen Degas, tauglich ist.



Degas, Danseuses Vertes et Jaunes, 1903

Bei einer Pigmentanalyse des obigen Pastell-Gemäldes von Degas könnte ein Kunstforscher herausfinden, dass der Künstler das Farbpigment Smaragdgrün verwendet hat, hergestellt aus einer giftigen Kupferverbindung. Doch wie viele andere Künstler haben dasselbe Farbpigment in ihren Werken verwendet? Nur eine umfassende Untersuchung kann bestimmen, ob ein Pastell-Gemälde dieser Art wirklich aus der Hand Degas stammt.

Um das näher zu illustrieren, betrachten wir als Beispiel jemanden, der ein vermutlich von Vermeer geschaffenes Gemälde besitzt, das er authentifizieren lassen möchte. Die Pigmentanalyse könnte das Ergebnis liefern, dass es kein Vermeer ist, da das Gemälde Farbpigmente enthält, die zu Zeiten Vermeers noch nicht genutzt wurden. Waren die aufgespürten Pigmente hingegen bereits zu Lebzeiten des Künstlers bekannt, so beweist das eben noch lange nicht, dass das Gemälde nun auch tatsächlich von Vermeer ist. Das soll nicht heißen, dass es nicht aus der Zeit Vermeers stammt, das könnte es sehr wohl; doch was der Besitzer wissen möchte, ist, ob es sich um einen echten Vermeer handelt. Allein diese Frage interessiert ihn. Um darauf die Antwort zu finden, muss der Besitzer die Hilfe eines Kunstexperten in Anspruch nehmen. Dieser kennt sich mit Signaturen und den Malstilen verschiedener Künstler aus, zudem ist er qualifiziert genug, um Fälschungen zu erkennen. Erst sein Wissen und seine Erfahrungen zusammen mit den Resultaten der Pigmentanalyse vermögen, die Antwort zu geben. Es ist daher für jeden Kunstbesitzer, der an einer Identifizierung seines Gemäldes interessiert ist, äußerst wichtig zu verstehen, dass eine Pigmentanalyse nur zusammen mit einer qualifizierten Expertise sinnvoll ist.



Die Malkunst, Vermeer

Vermeer bevorzugte oft Bleiweiß in seinen Gemälden, sicher auch in dem obigen Bild „Die Malkunst". Vermeer nutzte auch Ockergelb, Azurit und Smalte. Doch wie viele Vermeer-Fälscher nutzten gleichfalls diese Pigmente zur selben Zeit? Aus diesem Grund ist eine umfassende Untersuchung angemessen.



Die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige, Ockerbraun und Ockergelb

Über Da Vincis „Anbetung durch die Heiligen Drei Könige" (siehe oben) gibt es eine kontroverse Diskussion, die den braunen und gelben Ocker betrifft, der in diesem unvollendeten Werk benutzt wurde. Einige Kunstforscher behaupten, dass nicht Da Vinci selber die braunen und gelben Farben hinzugefügt habe, sondern ein anderer Künstler. Doch stützt sich diese Behauptung nicht bloß auf die verwendeten Farbpigmente, sondern ebenso auf die Art und Weise, mit der diese Farben aufgetragen wurden.

Wir haben nun viel über die Pigmentanalyse gesprochen, doch was verbirgt sich exakt dahinter? Es handelt sich um eine Technik zur Identifizierung von Rohmaterialien und Pigmenten in einem Gemälde. Ein Pigment ist einfach jegliches Mittel, das Farbe ergibt. Pigmentfarben sind das Ergebnis selektiver Lichtabsorption, daher gibt es streng genommen kein weißes Pigment. Farbpigmente absorbieren also selektiv einen Ausschnitt aus dem sichtbaren Spektrum elektromagnetischer Strahlung. Bei der Farbherstellung sind Pigmente normalerweise ein trockenes, unlösliches Pulver, das sich fein im Bindemittel verteilt. Natürlich kamen in der Geschichte der Kunst unterschiedliche Pigmente zur Anwendung. Einige der ältesten Kunstformen sind Höhlenmalereien, und selbst in dieser viele Jahrtausende zurückliegenden Zeit wurden bereits Pigmente verwendet, wenn auch auf primitive Weise. Der prähistorische Mensch vermischte Dreck und Tonerde mit Speichel, um Farbe herzustellen. Die Schöpfer der berühmten Höhlenmalereien (siehe unten) in Lascaux, Frankreich, nutzten Holzkohle und weitere Pigmente.



Höhlenmalerei, Lascaux, Frankreich

Der prähistorische Mensch nutzte Eisenoxid-Pigmente für die oft anzutreffenden tiefroten Farbtöne. Eisenoxid und andere Mineralien wurden auch in der Renaissance verwendet; Maler wie Michelangelo setzten für ihre Meisterwerke roten Kalk ein, der aus der Erde gegraben wurde. Renaissance-Maler bevorzugten zudem Grünerde („terra verte") für die Darstellung schattenbedeckter Hauttönungen. Im Verlauf der Zeit wurden Pigmente dann in Labors produziert und heute sind Pigmente erhältlich, die auf ausgeklügelte Art chemisch hergestellt werden.



Holzkohle



Natürlicher roter Kalk



Grünerde



Eisenoxid

Als Resultat der Tatsache, dass während der unterschiedlichen Kunstperioden verschiedene Farbpigmente zum Einsatz kamen, kann ein Kunstexperte die mittels einer Pigmentanalyse in einem Gemälde identifizierten Pigmente für eine Datierung der Entstehungszeit des Bildes nutzen und es so einer Kunstperiode zuordnen. Das Ergebnis der Pigmentanalyse kann dem Experten auch bei der Schlussfolgerung helfen, dass das Gemälde nicht von einem bestimmten Künstler stammen kann. Wenn dem Experten ein Bild vorgelegt wird, von dem der Besitzer behauptet, es stamme von einem Künstler aus dem 16. Jahrhundert, und die Pigmentanalyse weist Farbmittel nach, die erst ab dem 19. Jahrhundert im Labor hergestellt wurden, so ist klar, dass dieses Gemälde nicht von einem Künstler aus dem 16. Jahrhundert stammen kann. Ganz ähnlich, wenn man dem Experten ein Gemälde zeigt, von dem der Eigentümer das Entstehungsdatum nicht kennt, und dessen Pigmentanalyse Grünerde nachweist, so wird der Experte dieses Faktum als Hinweise auf die Renaissance als Entstehungszeit des Bildes nehmen. In beiden Fällen jedoch kann nicht einmal das fortgeschrittenste Pigmentanalyse-Verfahren den Schöpfer des Bildes identifizieren - hierzu sind die menschlichen Fertigkeiten des Experten - kunsthistorische Kenntnisse, Erfahrung und Kennerschaft - unabdingbar.

Die Pigmentanalyse ist also im Wesentlichen eine Technik für die Identifizierung der Farbmittel und Rohmaterialien in Gemälden. Doch wie genau arbeitet sie? Sie zerfällt in die zwei Kategorien invasiv und nicht-invasiv.

Die nicht-invasiven Verfahren schließen normalerweise die Spektroskopie mit ein. Darunter verstehen wir hier die Untersuchung von Lichtspektren. Das wiederum bedeutet die Abhängigkeit physikalischer Größen von der Frequenz. Spektroskopie ist daher die Anwendung von Licht auf Materie, sie eignet sich für die Identifizierung von Substanzen und Materialien. Spektroskopie wird häufig in der physikalischen und analytischen Chemie eingesetzt. Auch in der Astronomie findet sie Anwendung.



Optische Spektroskopie

Die beiden nicht-invasiven Techniken der Pigmentanalyse nutzen die spektroskopischen Verfahren der Röntgen-Fluoreszenz-Spektroskopie (XRFS) und der Raman-Spektroskopie. Die XRFS-Methode basiert auf einer Analyse der Elemente, sie dient der Identifizierung der meisten Elemente mit einer Ordnungszahl größer oder gleich der von Aluminium. Mit ihr lassen sich nicht nur Pigmente und Materialien in Gemälden nachweisen und identifizieren, sondern auch die Haupt- und Nebenbestandteile von Bronzen bestimmen.

Die Raman-Spektroskopie basiert auf der Analyse der molekularen Struktur. Es gibt einige Pigmente, die dieses spektroskopische Verfahren aufgrund der Fluoreszenz der Bindemittel nicht aufspüren kann. In diesem Fall kommt die XFRS zur Hilfe, um die Resultate zu ergänzen. Diese beiden Methoden sind nicht-invasiv, weil keine von beiden die Entnahme von Proben des Gemäldes erfordert.

Im Gegensatz dazu ist die Gas-Chromatografie eine invasive Technik, die eine Probe des Gemäldes erfordert. Sie wurde zum Beispiel dazu eingesetzt, die Wandmalereien in den Grotten von Mogoa in China zu untersuchen, ein Weltkulturerbe auf der Seidenstraße.



Gas-Chromatograf

Die Gas-Chromatografie wird für die Bestimmung organischer Verbindungen eingesetzt und ist besonders in der pharmazeutischen Industrie im Einsatz. In der Kunstforschung hilft sie bei der Identifizierung von Kunstmaterialien wie Öle, Harze oder Wachse. Für die Analyse mittels der Gas-Chromatografie wird die Probe verdampft und über die dünne Säule eines inerten Trägergases geleitet, wodurch die Probenbestandteile getrennt werden. Diese werden dann nacheinander von der Säule zu einem Detektor befördert. Das eine Ende der Säule kann direkt mit einem Massenspektrometer verbunden werden. Dieses zerbricht die Bestandteile der Probe in ionisierte Moleküle, die dann durch ein Magnetfeld geschickt und somit separiert werden. Dadurch lassen sich die Substanzen letztlich identifizieren.

Man könnte diesen Artikel nun mit zahllosen Seiten fortsetzen und die komplizierte Physik und sonstige Naturwissenschaft erklären, auf der die verschiedenen Pigmentanalyse-Verfahren basieren. Doch letztendlich handelt es sich nur um Methoden zur Bestimmung von Farbpigmenten und Rohmaterialien. Sie können Ihnen nicht verraten, wer das Gemälde gemalt hat. Gemälde lassen sich häufig allein aufgrund der Fähigkeiten eines qualifizierten Kunstexperten authentifizieren, ohne dass er dabei auf eine kostspielige wissenschaftliche Technik zurückgreifen muss.